25.09.2026

Caroline Breitler – Roots

Caroline Breitler gehört zu den Sängerinnen, die sich ihren Platz in der Rockszene über Jahre hinweg erarbeitet haben. Wer ihre bisherigen Veröffentlichungen wie *Courage* und *The Guide Within* kennt, weiß, dass sie für melodische Rocksongs, eine kraftvolle Stimme und persönliche Themen steht. Mit *Roots* geht sie nun einen hörbaren Schritt weiter: Das neue Album vom 25.09.2026 - ist härter, direkter und in vielen Momenten deutlich rockiger als seine Vorgänger. 

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Ich verfolge Caroline Breitlers Musik schon länger und habe ihre bisherigen CDs im Regal. Kennengelernt habe ich sie einst in einem Podcast, wo sie sehr sympathisch und bodenständig wirkte. Genau diesen Eindruck transportiert ihre Musik auch: Sie klingt professionell und kraftvoll, aber nie künstlich oder distanziert. Auf *Roots* verbindet sie diese persönliche Seite mit mehr Gitarrendruck und moderneren Metal-Einflüssen.

Produziert wurde das Album erneut von Alessandro Del Vecchio. Der Italiener ist nicht nur ein gefragter Produzent, sondern selbst ein bekannter Musiker, Sänger und Keyboarder, unter anderem aus dem Umfeld von Hardline und Jorn. Seine Handschrift ist hörbar: Die Songs klingen klar und druckvoll, behalten aber genug Ecken und Kanten, damit sie nicht im glatten Melodic-Rock-Einerlei verschwinden.

Schon der Opener „Sentinel“ macht deutlich, wohin die Reise geht: nach vorne, mit kräftigen Gitarren, eingängigem Refrain und Caroline Breitler klar im Mittelpunkt. „Genghis Khan“ wirkt epischer und metallischer, während „A Million Miles“ als kompakter Rocksong die Energie hochhält. Besonders gelungen ist die Mischung aus klassischem Hard Rock und modernen Klangfarben. Die Platte lebt von guten Melodien, starken Stimmen und einer kompakten Spielzeit ohne unnötige Längen.

Der auffälligste Song des Albums ist „If Nobody Loves You“. Hier trifft Caroline Breitler auf Mark Fox, den Sänger von Shakra, während Ivan Keller an der Gitarre zu hören ist. Als Fan der Band Shakra, ist das für mich natürlich ein besonderer Moment. Mark Fox bringt seine markante, rauere Stimme ein, ohne Caroline Breitler in den Hintergrund zu drängen. Beide ergänzen sich sehr gut. Der Song funktioniert nicht als bloße Gastnummer, sondern als emotionale Rockballade über Selbstannahme und innere Stärke. Ivan Kellers Gitarrenspiel unterstützt die Stimmung passend und unaufdringlich.

Mark Fox hat darüber hinaus das Design der CD gestaltet – kein Zufall, denn er ist Designer. Damit ist seine Beteiligung an *Roots* mehr als ein kurzer Gastauftritt. Für Fans wie mich von Shakra ist „If Nobody Loves You“ ein guter Grund, sich das Album genauer anzuhören; für Fans von Caroline Breitler zeigt der Song, wie überzeugend ihre Stimme auch im Duett funktioniert.

Die zweite Hälfte des Albums wird dunkler und persönlicher. „In Her Shadow“ und „Stuck In The Cold“ bringen mehr Atmosphäre, während „Dad“ mit schwereren Gitarren und modernen Synthesizerflächen auffällt. Gerade diese Mischung macht *Roots* spannend: Die Platte bleibt fest im melodischen Hard Rock verwurzelt, öffnet sich aber immer wieder in Richtung moderner Metal-Sounds.

*Roots* ist ein abwechslungsreiches, kompaktes Hard-Rock-Album mit klarer Handschrift. Caroline Breitler überzeugt vor allem dort, wo sie nicht nur Kraft zeigt, sondern auch ruhigere und nachdenklichere Töne zulässt. Fans von Shakra, Gotthard, The New Roses oder modernem Melodic Hard Rock dürften sich auf diesem Album schnell zuhause fühlen. Wer Caroline Breitler bisher noch nicht kennt, findet mit *Roots* einen sehr guten Einstieg – und wer ihre bisherigen CDs schätzt, bekommt ihre bislang rockigste Seite zu hören.   🤘