28.09.2026 20:00

Jimi Hendrix - Band of Gypsys

CD  von 1970 ersetzt

Ungefähr 1972, ich muss so ca. 14 oder 15 Jahre alt gewesen sein, als ich mir eine meiner ersten LPs kaufte: Band of Gypsys von Jimi Hendrix. Sie lief auf meiner Universum-Hi-Fi-Anlage, und diese Musik blieb bei mir – erst auf Schallplatte, später auf CD. Als die alte CD inzwischen Probleme beim Abspielen machte, habe ich sie ersetzt. Heute habe ich das Album wieder gehört.

Die Aufnahme stammt aus dem Fillmore East in New York. Hendrix stand dort zum Jahreswechsel 1969/70 mit Billy Cox am Bass und Buddy Miles am Schlagzeug auf der Bühne; im März 1970 erschien daraus das Livealbum. Statt der Jimi Hendrix Experience hört man ein anderes Trio: Cox und Miles geben den Stücken einen tiefen, oft funkigen Rhythmus, über dem Hendrix seine Gitarre frei entfalten kann.

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Schon „Who Knows“ zieht mich mit seinem lässigen Groove hinein. Dann kommt „Machine Gun“: Für mich der überwältigende Mittelpunkt der Platte. Hendrix lässt seine Gitarre klagen, schreien und wie Gewehrfeuer klingen. Man hört nicht einfach ein langes Solo, sondern eine bedrückende, eindringliche Geschichte ohne viele Worte. Das Stück ist eigentlich immer noch aktuell. 

Auf der zweiten Seite bringt Buddy Miles mit „Changes“ seine Stimme und seinen eigenen Schwung nach vorn. „Power To Love“ treibt kraftvoll weiter, während „Message Of Love“ die Verbindung aus Rock, Soul und Funk besonders schön zeigt. Zum Schluss wird „We Gotta Live Together“ fast zu einem gemeinsamen Ruf von Band und Publikum. Das ursprüngliche Album enthält genau diese sechs Stücke.

Jimi Hendrix – die letzten Monate

Band of Gypsys hält Jimi Hendrix in einer Zeit des Aufbruchs fest. Nach den Jahren mit der Jimi Hendrix Experience suchte er nach neuen musikalischen Wegen. Mit Billy Cox und Buddy Miles fand er für die Auftritte zum Jahreswechsel 1969/70 einen Rhythmus, der seiner Gitarre Raum für Blues, Soul und Funk gab.

Doch Hendrix blieb nicht bei dieser Besetzung. Im Laufe des Jahres 1970 spielte er wieder mit Mitch Mitchell am Schlagzeug und Billy Cox am Bass. Er gab Konzerte und arbeitete zugleich an neuer Musik für ein weiteres Album, das er selbst nicht mehr fertigstellen konnte.  Auf der Bühne wirkte er oft wie jemand, der alles aus seiner Gitarre herausholen konnte – während seine eigene Suche noch lange nicht zu Ende war.

Am 18. September 1970 starb Jimi Hendrix in London, nur 27 Jahre alt. Sein Tod beendete ein außergewöhnlich kurzes und schöpferisches Musikerleben.  Wenn ich heute Band of Gypsys höre, denke ich deshalb nicht nur an den Jungen vor seiner Universum-Anlage. Ich höre auch einen Künstler, der noch so viel vorhatte – und dessen Musik bis heute lebendig geblieben ist. Band of Gypsys ist für mich deshalb mehr als ein großes Livealbum: Es ist Musik, die mich seit über fünfzig Jahren begleitet. 🎸🎶🍀❤️🤘